SMART CITY GRAZ, Schwerpunkt: ÖFFENTLICHER RAUM
Auf dem Weg zu einem lebendigen öffentlichen Raum

 

· Vision Auf dem Weg zu einem lebendigen öffentlichen Raum I Warum, Wer, Wann, Wo
· Nachlese der Veranstaltungsserie I Infoabend am 22.Juni und Workshops am 23.Juni 2017
· Ergebnisprotokoll der Workshops I 23.Juni 2017, 14-17 Uhr

Ergebnisprotokoll der Workshops I 23.Juni 2017, 14-17 Uhr

Station 1

Wo: Kreuzungsbereich Waldertgasse / Wolkensteingasse / westlichster Teil des zukünftigen öffentlichen Parks

Schwerpunktthema: Park nördlich der Cool City, Grenzbereich und Durchwegung zwischen der Nachbarschaft Waldertgasse/ Wolkensteingasse und dem neuen Park(streifen), Baumbestand Waldertgasse

TischgastgeberInnen: Renate Mußbacher (Verkehrsplanung, Stadt Graz),Tomas Stoisser (Grünraum, Stadt Graz) und Elisabeth Oswald (vor.ort, StadtLABOR)

TeilnehmerInnen: Timo Köhler (Referat für Bürgerbeteiligung), Oliver Konrad (Stadtplanung, Stadt Graz), Hans-Jörg Raderbauer (freiland), Lukas Preitler (Greenbox), Franziska Grossauer (streets), Franziska Schruth (Natur.Werk.Stadt), Andreas Goritschnig (Studio AG), Sara Bafaro und Martina (Karl Franzens Universität Graz), Sabine Kanz und Matthias (AnrainerInnen Waldertgasse) und weitere Interessierte NachbarInnen

Fotocollage_Waldertgasse

Park (nördlich der Cool City):
- Rahmenbedingungen wurden besprochen, wie folgt: Die Entwicklung des Parks wird in Etappen gedacht: zuerst wird ein Streifen (unmittelbar nördlich der Cool City) umgesetzt, dann, in Abhängigkeit von den zukünftigen Besitzverhältnissen wenn möglich, ein weiterer Bereich für Zwischennutzungen geöffnet. In Folge soll der gesamte westliche Park der Smart City entwickelt werden.
- Der erste STREIFEN: a. durch die Teilnahme der Betreiberin des Lokals „streets“ und des Leiters des Studentenwohnheims am Workshop konnten konkrete räumliche Situationen besprochen werden. Die Planung von freiland wird, in Abstimmung mit den NutzerInnen und der Stadt, weiter vertieft (Gastgarten, Rad- und Gehwege, konsumfreie Zone nördl. des Gastgartens).
b. eine Rasen-/ Wiesenfläche parallel zum Geh- und Radweg in Ost-West-Richtung ist offen für spezifische Bepflanzung/ Nutzung. Neue BewohnerInnen der Cool City, die Natur.Werk.Stadt. und/oder weiterer Initiativen können sich hier inhaltlich einbringen. (Naschgarten, Schmetterlings-, bzw. Bienenwiesen, Kräutergarten etc.)
- Der PARK allgemein: ein Park birgt für die AnrainerInnen nicht nur einen Gewinn an Freiflächen (Prognosen der AnrainerInnen (Einfamilienhäuser): diese werden von ihnen kaum in Anspruch genommen werden), sondern auch ein Unsicherheitsgefühl. Die Anrainer wünschen sich einen Zaun oder eine andere Barriere zum Park, um ungebetene Gäste von den Privatstraßen fernzuhalten. Es besteht die Angst, dass ein „Dealerpark“ entsteht. Thema: wer zieht in die Smart City ein und vor allem welche „(un)erwünschten“ Personen zieht der Park an? Wie wird der neue Park genutzt werden? Wie kann man Orte die uneinsehbar sein werden gestalten, damit ein Rückzug möglich wird aber auch ein Sicherheitsgefühl entstehen kann?

Durchwegung:
- Durch die Entwicklung der Cool City und die Errichtung des neuen Parks wird eine Durchwegung in Ost-West-Richtung möglich. Diese räumliche Veränderung polarisiert unter den AnrainerInnen. Bedenken auf der einen (Durchwegung durch viele neue NachbarInnen, Sorge: Wer? Und wie viele?) und Chancen auf der anderen (leichte Erreichbarkeit der Straßenbahnhaltestelle und der Angebote in der Smart City) werden formuliert.
- Eine AnrainerInnengruppe möchte eine räumliche Begrenzung zum neuen Park. Vor Ort wurden die Besitzverhältnisse besprochen – die Straßen sind Privateigentum, ein Teilbereich ist öffentlich. Die Rad- und Gehwegverbindung Waldertgasse ist öffentlich.

Waldertgasse Baumbestand:
- Durch eine gemeinsame Begehung kann die aktuelle Situation besprochen und die zukünftigen Entwicklungen skizziert werden. Durch den neuen Gehsteig werden einige der bestehenden Bäume gefällt werden müssen. Jedoch wird bei der Planung und Errichtung soweit optimiert, dass so viele Bäume wie möglich bestehen bleiben können. Die Gründe für die notwendigen Fällungen wurden den BürgerInnen vor Ort erläutert, dadurch konnte die Meinung, dass der Stadt Graz der Baumbestand einerlei ist, ein Stück weit entgegen gewirkt werden. Insgesamt boten die Bestandsbäume eher wenig Diskussionsstoff vordergründig war jedenfalls das Thema Durchwegung.

Handlungsempfehlungen „auf dem Weg zum lebendigen öffentlichen Raum“:
- Parkstreifen: Vertiefung der Planungen mit den zukünftigen NutzerInnen (streets, Studentenheim…)
- Parkstreifen: Grünstreifen entlang des Geh- und Radweges kann schon als Vorbote für den gesamten Bereich des westlichen Parks gedacht und angelegt werden. Ideen konkretisieren und mit freiland und Stadt Graz weiterdenken.
- Zwischennutzungen: sobald die Fläche im gesamten Ausmaß zugänglich gemacht werden kann, werden Nutzungsideen verfolgt. „Auf dem Weg zum lebendigen öffentlichen Raum“
- Durchwegung: Informationen zu den Besitzverhältnissen werden von der Stadt Graz zusammengetragen. Die BewohnerInnen werden mit ihren Bedenken abgeholt und gut informiert (Transparenz der Rahmenbedingungen): Stadt Graz und Stadtteilmanagement vor.ort

Station 2

Wo: Baufeld Süd im Grenzbereich zu den Flächen der Helmut-List-Halle

Schwerpunktthema: Zwischennutzungen und künftiger Park

Tischgastgeberin: Simone Reis (Stadtbaudirektion, Stadt Graz)

TeilnehmerInnen: Thomas Pilz (Planungsbüro, AAPS, Pilz/Schwarz), Daniela Zeschko (Natur.Werk.Stadt), Michael Mayer (Stadtplanung, Stadt Graz), Barbara Hammerl (StadtLABOR), Melanie Stadler (freiland) + Interessierte NachbarInnen und NutzerInnen der Hundezone am Baufeld Süd

Fotocollage_Baufeld süd

Öffentlicher Park:
- Getrennte Bereiche für unterschiedliche Nutzungen – Hunde und Ballspiel sind nicht kombinierbar
- Angsträume vermeiden, dh keine dunklen, uneinsichtigen Bereiche
- Schattige Sitzmöglichkeiten
- Für ältere Menschen keine Spielgeräte; werden nicht genutzt
- Wasser/Biotop-Flächen
- Eingezäunte Hundewiese mit Sandkiste (zum Puddeln) und Beleuchtung.
- Testflächen für Pflanzen von Naturwerkstatt sollte abgegrenzt sein, damit niemand durchgeht
- Flächen für Kinder um mit dem Laufrad zu fahren
- Für Kinder: Rutsche, Klettermöglichkeiten, Wasser und Sand
- Ausreichend Baumpflanzungen – diese schon früh setzen, damit sie wachsen können
- Bäume auch beim Kinderspielplatz pflanzen, für Schatten

Platz-Straßenbereiche:
- Radständer bei der Helmut List Halle
- Ausreichend Mülleimer vorsehen
- Baumreihe vor der Schule – Schatten
- Vor der Smart City Schule sollten keine Autos stehen (auch nicht Taxis)

Generelle Anregungen:
- Adressen gut beschildern, damit Polizei und Rettung gut zu den Häusern findet
- Sicherheitstüren schon bei Errichtung berücksichtigen
- Ansprechperson bzw. Hausverwaltung in der Siedlung vor Ort
- Bei Veranstaltungen in der Helmut-List-Halle sollte im Ticket das Öffi-Ticket dabei sein
- Konkurrenz bzw. Konflikte zwischen bestehenden und neuen BewohnerInnen (derzeit ENW Siedlung). Neue Konflikte werden durch neue Wohnbebauung befürchtet. Einerseits Sorge, dass sehr viele MigrantInnen zuziehen – bei Überhand entsteht ein ‚Ghetto‘; andererseits Sorge vor Gentrifizierung.
- Besonders nachts fahren die Autos und LKW sehr schnell durch. Radar wird gewünscht.

Hundewiese:
- Derzeit kommen viele Hundebesitzer von auswärts mit dem Auto, lassen ihre Hunde laufen und lassen oftmals Müll zurück.
- Zwischennutzung am Areal weiter nördlich wird begrüßt. Mülleimer nicht vergessen.
- Bei Verlegung Fußweg zum neuen Areal.
- Keine kombinierte Nutzung mit Jugendlichen, die Ball spielen.

Station 3

Ort: Öffentlicher Park/Kleinkindspielplatz (sog. eh. Konsumwiese) Ecke Dreierschützengasse/Waagner-Biro-Straße
Schwerpunktthema: Zwischennutzungen und künftiger Park

TischgastgeberInnen: Nana Pötsch (vor.ort, StadtLABOR) und Martin Zettel (Stadtplanung, Stadt Graz)

TeilnehmerInnen: Conny Unger, Phillip Grill und Armin (Jugendzentrum EggenLend), Katja Hausleitner (Kinderbüro- die Lobby für Menschen bis 14), Christine Radl (Grünraum, Stadt Graz), Andreas Ellenfeld (Schwarz Pilz), Hannah Feichtinger (Freiland)

Fotocollage_Konsumwiese

Öffentlicher Park/Platz:

Allgemein:
- Heute wenig Grünraum im Stadtteil, noch weniger für Jugendliche – Bedarf der kurzfristig nicht gedeckt werden kann, aber Grünraumoffensive bringt zusätzliche (kleine) Flächen.
- Hundewiese war Veranstaltungswiese, aber wurde nicht angenommen
- (Baum)Schatten, (Trink)Wasser und öffentliches WC sind Voraussetzungen damit Kinder, Jugendliche und Familien öffentliche Räume (Parks aber auch Plätze) nutzen und eine längere Verweildauer haben!
- Jugendliche: nah am Park, aber in zweiter Reihe oder extra Gebäude im Erdgeschoß – nicht in Wohnbau!
- JUZ+zugehöriger Freiraum + offenen Nutzungen im Park/am Platz
- Es macht Sinn, dass JUZ vor Ort ist und bleibt und Transformationsprozess im Stadtteil für und mit den Jugendlichen begleitet
- Wichtigste Nutzung: Sport – Fussball!!! (Mehrzweckwiese ist ok, aber es braucht große gute Tore, sonst ist es NutzerInnen/Kinder+Jugendliche nicht ernst zu nehmen), Basketball, Tischtennis etc.
- (Sommer/Abend)-Nutzung der Schulsportflächen für NutzerInnen/Kinder+Jugendliche – auch des bestehenden BORG Dreierschützengasse? Martin Zettel klärt mit Simone Reis und Günter Fürntratt intern ob Nutzung möglich!
- Kinder (zwischen 6 und 12 Jahren) brauchen Streif-Routen im Stadtteil – wenn Schulcampus gebaut wird, fallen „Streuner-Durchgänge“ und Nutzungen auf der Asphaltfläche des Parkplatzes weg – können diese auch als Zwischennutzung ins Baufeld Mitte/Nord und/oder Asphaltfläche hinter Billa wandern?
- Schattige Sitz- und „Abhänge“-Möglichkeiten
- Asphalt/Beton ist für Kinder/Jugendliche an sich sehr attraktiv (Fahrrad/Laufrad/Roller/Skates/Skatebord) aber es braucht Schatten, Trinkwasser/Wasserspiel + WC!
- Geplante Mehrzweckfläche aus dem Entwurf Schwarz Pilz südlich Listhalle aus Kindersicht schwierig, weil unklar und gefährlich – wann darf ich hier spielen, wann fahren/parken Autos?

Potentialflächen für Pioniernutzungen:
- Es gibt bestehende/gesicherte und zukünftige, tw. noch abgesperrte öffentliche Räume – tw. versiegelt, tw. Grün im Stadtteil (siehe Masterplan Grün- und Freiräume im Anhang)
- Vom Status Quo weg langsam entwickeln, sich einspielen lassen, nach Bedarf
- Alle auch die kleinen und vorhandenen öffentlichen Park- und Spielplätze im Stadtteil vertiefend betrachten/begehen und nutzen – 2. Begehung mit Gruppe aus dem Workshop in der 2. Septemberhälfte vereinbart (Terminkoordination übernimmt Christine Radl).
- Asphaltfläche hinter Billa für NutzerInnen/Kinder+Jugendliche?
- Abschüssige Grünfläche südlich Dreierschützengasse als Stadtteil-Urban Gardening? Nutzung durch Öffentlichkeit und Spielraum für Kinder/Familien, Spaziergänger etc. muss gewährleistet sein.
- Durchwegung stehen Anrainern (Hofer/Tankstelle) ablehnend gegenüber, um öffentliche Flächen im Stadtteil miteinander zu vernetzen und „Streif-Routen“ für Kinder zu schaffen, wären diese aber notwendig.
- z.B. auch schauen, was Vinzenz-Park bräuchte, damit er für Jugendliche funktioniert
- Einfache Unterstützung von Zwischen/Pioniernutzungen (z.B. Sandhaufen, Geländemodellierung, Baumpflanzungen, Trinkbrunnenschon möglichst bald als Qualitäten vorwegnehmen)?
- Zwischennutzungen mit Studentenprojekten (TU, FH, KF) und/oder Natur.Werk.Stadt begleiten (Entwurf, Herstellung, Betreuung – Hardware/Software)?
- Kleinkinderspielplatz auf Konsumwiese Ecke Waagner-Biro-Straße/Dreierschützengasse:
ist sicherer Ort in der „Großbaustelle“ Stadtteil – deshalb wichtig vorerst zu belassen! Auch sind die Kinderspielplätze und Freiflächen von ENW/ÖWG noch nicht hergestellt und wird südlich davon schon bald eine weitere Wohnsiedlung errichtet, in denen jeweils viele Familien mit Kleinkindern einziehen – großer Bedarf an vor Baustellenfahrzeugen sicherem Kleinkindspielplatz.
- Könnten Qualitäten des Entwurfs im Endausbau vorweggenommen werden? (z.B. Wasser, WC, Sport, Modellierung, Baumschatten) Z.B.: Vorgesehene Baumplanzungen schon möglichst bald setzen – bevor östlicher Rand dann aufgrund von Straßenquerschnitt beschnitten wird und tw. Bäume/Büsche wegkommen?
- Könnte im nördlichen Bereich ein Tischtennistisch aufgestellt werden, um diesen für Jugendliche und JUZ zu attraktivieren und damit JUZ+öffentlichen Raum näher zusammen zu bringen? Kostenpunkt rund 8000€ fürs Fundament +Tisch!
- Wasser holen sich Kids dzt. über den Zaun vom BORG, Trinkbrunnen am Spielplatz möglich?

Platz-Straßenbereiche:
- Abstände zwischen Geh-, Rad- und Fahrwegen, idealerweise mit Grünstreifen wäre für die Sicherheit von Kindern sehr wichtig!
- Ausreichende Querschnitte und Baumallee wichtig, damit Schul- und Freizeitwege für NutzerInnen/insb. Kinder und Jugendliche Qualität und Sicherheit bieten und Stadt der kurzen Wege und sanften Mobilität auch im Alltag realisiert wird
- Jugendliche sind von Schwarz-Pilz vor allem im Platzbereich Baufeld Mitte zum öffentlichen Park hin vorgesehen – zwischen und unter den (Wohn)Gebäuden. Zentrale Lage wäre für Jugendliche gut, aber gemeinsam mit Wohnnutzung haben JUZ-Mitarbeiter sehr schlechte Erfahrungen, alle JUZ haben eigene Gebäude – in zentraler Lage, aber für sich!
- Von Planern vorgesehene Graffity-Wände könnten in Workshops besprayt werden, aber letztlich können diese Flächen für Jugendliche „irgendwie“ ausschauen – wenn sie von den Jugendlichen angeeignet werden – halten das die Planer und Eigentümer in einem so zentralen Bereich überhaupt aus?
- Generell braucht es auch im Platzbereich viel (Baum)Schatten, damit sich Kinder/Jugendliche/Familien dort aufhalten!
- Betonplatz ohne Schatten wird nie belebt werden!

Mögliche Konflikte:
- Zu Bestandssiedlungen
- Zu den derzeitigen Nutzungen/Gruppen
- Es braucht Hardware+Software damit Orte funktionieren – JUZ, Stadtteilzentrum EggenLend, STM vor.Ort, Natur.Werk.Stadt wichtige Rollen

Masterplan Grün- und Freiräume