Ideenwettbewerb zur Gestaltung des öffentlichen Raumes

Der Ideenwettbewerb zur Gestaltung des künftigen öffentlichen Raumes in der Smart City Graz im Umfeld der  Waagner-Biro-Straße ergab zwei Siegerprojekte. Den Sieg teilten sich zwei Grazer Projekte – jene von freiland Umweltconsulting ZT GmbH mit Architekturbüro DI Josef Hohensinn und das Atelier für Architektur der beiden Architekten DI Mag. Thomas Pilz und DI Christoph Schwarz. Die Vorschläge werden jetzt von der Stadt Graz gemeinsam mit InvestorInnen, GrundeigentümerInnen und interessierten BürgerInnen zu einem endgültigen Projekt weiterentwickelt.

Es war ein EU-weit offener, einstufiger und anonymer Ideenwettbewerb für den Öffentlichen Raum der Smart City Graz in der Waagner-Biro-Straße, für den interessierte Architektur- und Landschaftsplanungsbüros eingeladen worden waren. Die Vielzahl unterschiedlicher EigentümerInnen und die vielfältigen Anforderungen in Bezug auf die gewünschten Funktionen waren Grund für die Stadt Graz, statt eines Realisierungswettbewerbs eine Ideenwerkstatt auszuschreiben. Dass sich entgegen den Erfahrungen frühere Wettbewerbe insgesamt nur sieben Teams beteiligten, lag wohl an der bisher noch nie dagewesenen Komplexität des Themas: Nicht weniger als zwölf Teilbereiche wurden in der Wettbewerbsaufgabe ausgewiesen. Dafür galt es Ideen für Gestaltung und Möblierung der Grün-und Freiflächen sowie der Verkehrsflächen einschließlich Straßenbahntrasse zu entwickeln, die dann im Zusammenwirken mit allen anderen Beteiligten in ein fertiges Konzept gegossen werden sollen. Die Beurteilung der sieben Vorschläge durch das hochkarätig besetzte Preisgericht brachte einen doppelten Heimsieg: Die besten Entwürfe wurden den beiden Grazer Teams von freiland Umweltconsulting ZT GmbH mit Architekt DI Josef Hohensinn sowie dem Atelier für Architektur mit DI Mag. Thomas Pilz und DI Christoph Schwarz zugesprochen.

 

Lange Liste von Planungsbereichen

Wie umfangreich der Auftrag ist, sieht man schon anhand der aufgelisteten Teilbereiche: Sie umfassen den öffentlichen Platz im Bereich des Science Towers und des Eingangsbereichs der Helmut List Halle, den Freibereich rund um die Helmut List Halle, die öffentliche Parkanlage östlich und westlich der Waagner-Biro-Straße, die Freifläche nördlich der öffentlichen Parkfläche/Flaniermeile, den Freibereich entlang der Bahntrasse, die Bereiche Peter-Tunner-Gasse West und Ost, die Erschließungsstraße, die Waagner-Biro-Straße-Nord und Süd, den Spielplatz im Umfeld der Kreuzung Waagner-Biro-Straße/Dreierschützengasse sowie den öffentlichen Park im Süden des Projektgebiets. Auch eine Vielzahl städtischer Abteilungen war in die Vorbereitungen des Wettbewerbs eingebunden – von der Stadtbaudirektion und der Stadtplanung über die Abteilung für Grünraum und Gewässer und die Abteilung für Verkehrsplanung bis hin zur Holding Graz waren zahlreiche Fachleute aus dem Haus Graz am Werk, um die Auslobung vorzubereiten und das Preisgericht zu verstärken.

Freiland punktete mit Parkanlagen

 

Am Entwurf von freiland und Hohensinn hob das Preisgericht vor allem die Lösungen für die zentrale Parkanlage, die beiden kleinen Parks an der Waagner-Biro-Straße und für den Bahntrassenpark hervor. Insgesamt entstehen 11.000 m2 Grünflächen. Diese sollten zur weiteren Bearbeitung und Umsetzung herangezogen werden.

Auch die Idee einer schnell umsetzbaren Identitätsstiftung durch eine einheitliche Farbintervention sowie die Integration zweier Wasserflächen in den zentralen Park werden als weiter verfolgenswert bezeichnet. Die Abbildung zeigt die Idee des Architektenteams, die genaue Ausgestaltung wird gemeinsam mit den Grundeigentümern und Bürgern in weiterführenden Workshops noch verfeinert.

freiland Umweltconsulting+Architekturbüro Hohensinn

Abbildung: freiland Umweltconsulting + Hohensinn Architektur

Platzbereiche als Trumpf für Atelier für Architektur

 

Im Vorschlag des Ateliers für Architektur fanden besonders die Entwürfe für die Platzbereiche und die Achse Waagner-Biro-Straße einschließlich des Einmündungsbereichs in die Peter-Tunner-Gasse das Gefallen der Jury. Insgesamt gibt es in der Smart City 36.000 m2 Straßenflächen und 15.500 m2 für öffentliche Plätze. Den Kriterien einer Smart City entsprechend, werde den FußgängerInnen die erwünschte höchste Priorität eingeräumt.

Auch hier gab es – nach einer detaillierten Weiterentwicklung des vorliegenden Entwurfs – eine klare Umsetzungsempfehlung für die genannten Bereiche. Die Abbildung zeigt ebenso wie bei der Abbildung oben die Idee des Architekturbüros, die genaue Ausgestaltung wird gemeinsam mit den Grundeigentümern und Bürgern in weiterführenden Workshops noch verfeinert.

AAPS - Atelier für Architektur - Pilz Schwarz

Abbildung: AAPS – Atelier für Architektur – Pilz Schwarz

Detaillierte Planung mit allen Beteiligten

Bis zu dieser Umsetzung sind aber noch einige Schritte zu gehen: In die weitere Planung sind nicht nur die Politik und die Fachleute der Stadt Graz, sondern auch alle anderen Beteiligten von den GrundstückseigentümerInnen über die InvestorInnen bis hin zu den interessierten BürgerInnen eingebunden. Gemeinsam wird die endgültige Ausgestaltung der öffentlichen Frei- und Grünräume entwickelt und im Anschluss verwirklicht.

 

Smart City als lebenswertes Zuhause für Tausende Menschen

In der Smart City Graz Waagner-Biro sollen bis zum Jahr 2024 mehr als 3.800 Menschen in 1.430 Wohneinheiten ein Zuhause finden und fast 1.700 Arbeitsplätze angeboten werden. 600 SchülerInnen sollen im Quartier unterrichtet werden, die gesamten Investitionen sind mit rund 300 Millionen Euro veranschlagt. Die Rahmenbedingungen werden absolut lebenswert sein, beansprucht die Idee einer Smart City doch für sich, eine energieeffiziente, ressourcenschonende und emissionsarme Stadt mit höchster Lebensqualität zu bezeichnen. Ein attraktiver Funktionsmix mit Wohnen, Arbeit, Bildung, Kinderbetreuung, Einkaufen, Freizeit, Kultur, Gastronomie und Erholung in fußläufiger Entfernung ist ebenso geplant wie ein umfangreiches Sanftes Mobilitätsangebot, das den Verzicht auf ein eigenes Auto leicht macht. Eine Straßenbahn wird in Zukunft ebenso zur Verfügung stehen wie ein breites Angebot an Fuß-, Rad- und Elektromobilität sowie Carsharing. Viel Information über diese Alternativen zum Auto wird ebenfalls geboten.

 

12 Partner im starken Smart City-Konsortium

Die Vielfalt der beackerten Themenfelder spiegelt sich auch in jenem Konsortium wider, das gemeinsam für die Entwicklung der Smart City arbeitet: Unter Federführung der Stadtbaudirektion Graz sind 12 nationale und internationale Partner vertreten, und zwar Holding Graz, Pernthaler Architektur GmbH, SFL technologies, Energie Steiermark, AVL, Stadtlabor Graz, Technische Universität Graz, SOT Süd-Ost Treuhand, Green Tec Cluster, Alfen Consult GmbH und Energie Graz.

 

Alle Wettbewerbsbeiträge in Ausstellung

Alle Beiträge des Ideenwettbewerbs für den öffentlichen Raum der Smart City Graz Waagner-Biro sind in einer Ausstellung zu sehen, die von Montag, 24. September, bis Freitag, 4. November 2016, im Foyer der Stadtbaudirektion Graz, Europaplatz 20, 5. Stock, zu sehen ist. Die Ausstellung ist an Werktagen Montag bis Freitag jeweils von 8 bis 15 Uhr zugänglich, der Eintritt ist frei.

Die beiden Siegerprojekte sind ebenso im Stadtteilcontainer vor.ort in der Waagner-Biro-Straße (gegenüber der Helmut List Halle) mittwochs zwischen 10 bis 12 Uhr im Detail anzusehen. Nähere Infos zum Stadtteilmanagement vor.Ort