3.7.2015 I Radtour

Von der Fläche zur Kubatur und zurück – VIDEO

ODER zwischen Vergangenheit und Zukunft auf den Spuren vom Strohmayer Michi und dem Flieger

Im Rahmen des Architektursommers Graz 2015 www.architektursommer.at
Ein Projekt des Stadtteilmanagements vor.ort / Smart City Graz Waagner-Biro und Matthias Ohner

Sengende Hitze. Grazer Innenstadt. Eine kleine Gruppe trifft sich am Südtirolerplatz in freudiger Erwartung. Eine Radtour, so steht´s im Programm, ist geplant und es soll um Unbebautes gehen. Eine Tour zu Flächen wo „mal was war“ – Gebautes. Begebenheiten. Geschichten.
Der Brachenführer Matthias Ohner begrüßt die Gruppe und los geht´s auf den Spuren vom Strohmayer Michi und dem Flieger.

Nach wenigen Fahrminuten taucht die Gruppe ein in die Welt der Niesenbergergasse – abseits des Trubels summen die Bienen, frühstücken die Wohnwagenbewohner und ernten die Gärtner. Hier haben sich der Strohmayer Michi und der Flieger kennengelernt, hier nahm sozusagen alles seinen Lauf. Eine Fläche, die sich aktuell in einem Transformationsprozeß befindet. Die Halle wurde umgenutzt und entwickelte sich zu einem Zentrum für Kunst und Kultur. Eine Konzentration an Aktivitäten wurde möglich und dann auch wieder sukzessive „still(er) gelegt“. Parallel wurden Gärten angelegt und die Ernte der Zeit und der Energie, die investiert wurde, ist sicht- und spürbar. Ein Ort wo mal was war? Ja. Der Opa vom Brachenführer hat den Flieger und den Stohmayer Michi angestellt. Als Tischler. Wo nix is? Nein. Ein Reichtum an Jetzt. An Momenten der Gegenwart. Doch was wird kommen?

Weiter geht’s die Niesenbergergasse hinauf Richtung Gürtel. Bei dieser Bergetappe ist den TeilnehmerInnen die Anstrengung ins Gesicht geschrieben – belohnt werden sie durch Erzählungen über eine Fläche hinter dem Möbelhaus Leiner. Diese Fläche war einst Teil einer riesigen Anlage vom Schleifereibetrieb der Familie Grein. Groß und mächtig muss diese Anlage wohl mal gewesen sein und den Stadtteil mitgeprägt haben. Jetzt steht die Gruppe mit ihrem Brachenführer auf einem 3-Kategorien-Parkplatz. 1-Parkplatz, 2-„Backstageparkplatz“, 3-Restfläche. Natürlich lag die Fläche 3 im Fokus des Brachenführers, denn was kaum jemand weiß, dort sind noch die Überreste der Ställe und später der Wohngebäude der Familie Grein sichtbar.

Die Bahngeleise werden unterfahren und man wagt sich vor in den Grazer Westen. In der Waagner-Biro-Straße umkreist die Gruppe den Wasserturm und erfährt von aktiven Zeiten dieses Baukörpers. Wie ein Überbleibsel steht er da und bietet Jugendlichen einen unentdeckten Schattenplatz für eine Rauchpause.

Richtung Norden näher wir uns einem ehemaligen Industriegebiet – spätestens jetzt werden die Skeptiker unter den TeilnehmerInnen mit einer Brache „…wie aus dem Bilderbuch“ belohnt. Und mitten auf der Wiese schließt sich der Kreis der Geschichte(n) und das Geheimnis von Waagner-Biro wird gelüftet.

Hier finden Sie das VIDEO der Radtour mit Brachenführer Matthias Ohner!

Brache ist nicht gleich Brache. Geschichten sind nicht nur in Geschichtsbüchern zu finden und der Moment is a Vogerl!